Einzeltherapie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene

Ernährungstherapie bei Essstörungen

Essstörungen haben häufig tieferliegende emotionale Ursachen. Spürbar werden sie dort, wo Essen, Körpergefühl und Alltag aufeinandertreffen. Gedanken kreisen unaufhörlich um Essen und Nicht-Essen, um Gewicht, Kontrolle oder vermeintlich erlaubte und verbotene Lebensmittel. Der Zugang zu Hunger, Sättigung und anderen körperlichen Bedürfnissen kann dabei zunehmend verloren gehen. Essen wird so zum sichtbaren Ausdruck innerer Not und zugleich zu einem wichtigen Ansatzpunkt für Veränderung. Im Mittelpunkt meiner Arbeit steht das, was uns jeden Tag begleitet: das Essverhalten und die Gedanken und Gefühle, die damit verwoben sind. Wenn wir über Essen sprechen, sprechen wir immer auch über Bedürfnisse, Gefühle, Grenzen und Selbstwert. Diese Gespräche – mal leicht, mal herausfordernd – können Türen öffnen, neue Wege sichtbar machen und Bewegung in festgefahrene Muster bringen.

Gemeinsam …

  • entwickeln wir eine ausreichende und ausgewogene Ernährung ohne Zwang
  • entlasten wir starre Regeln und Kontrollmechanismen
  • stärken wir die Körperwahrnehmung und das Vertrauen in innere Signale
  • üben wir flexible und genussvolle Mahlzeiten im Alltag
  • verstehen wir die Funktion der Essstörung über das Symptom hinaus

Ernährungswissen wird dabei behutsam ins Erleben integriert, damit Essen wieder als etwas Natürliches, Menschliches und weniger Bedrohliches erlebt werden darf.
Ärztlich verordnete Ernährungstherapie ist erstattungs- und beihilfefähig.

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Halbkörper Portrait von Lara Barfuß lächelnd in einer Therapie Situation. Unscharf im Vordergrund links ist die Schulter eine:r Klient:in erkennbar.

Poststationäre Nachsorgegruppe bei Anorexia nervosa

Getrennte Gruppen für Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene

Situations Foto von einem Beistelltisch auf dem eine Tasse mit Holzstäbchen und verschiedenen Worten darauf steht. Eine Hand greift nach dem Holzstäbchen mit dem Wort "Essregeln"

Der Übergang von der Klinik zurück in den Alltag ist eine besonders sensible Phase. Strukturen, die während der intensiven Behandlung Halt und Sicherheit gegeben haben, treffen erneut auf alte Herausforderungen und auf Situationen, in denen die Essstörung früher sehr präsent war – oder noch immer ist. Die poststationäre Nachsorgegruppe (14-tägig) bietet einen geschützten Rahmen, um das Erreichte zu stabilisieren, Sicherheit im Alltag zu gewinnen und den weiteren Weg nicht allein gehen zu müssen.

Was Sie oder Ihr Kind in der Gruppe erwartet:

  • Begleiteter Transfer der in der Klinik erarbeiteten Ziele in den eigenen
    Lebenskontext
  • Aufbau einer flexiblen, alltagstauglichen Ernährungsstruktur
  • Stärkung von Hunger- und Sättigungswahrnehmung
  • Achtsamkeits- und Körperwahrnehmungsübungen
  • Arbeit an Essängsten, Kontrollmechanismen und Perfektionsansprüchen
  • Unterstützung in herausfordernden Esssituationen im Alltag

Die Inhalte orientieren sich an den aktuellen Themen und Bedürfnissen der Gruppe. Die Teilnahme ist nach einem kostenlosen Vorgespräch und einem Anamnesegespräch möglich. Bei Bedarf können begleitende Einzelgespräche vereinbart werden.
Gemeinsam finden wir heraus, ob diese Gruppe aktuell der passende Rahmen für Sie oder Ihr Kind ist.

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Begleitung für Angehörige

Raum für Ihre Fragen, Sorgen und Bedürfnisse

Wenn ein Kind oder ein nahestehender Mensch von einer Essstörung betroffen ist, tauchen bei Eltern, Familien und Bezugspersonen viele Fragen auf: Mache ich etwas falsch? Wie kann ich helfen ohne Druck auszuüben? Soll ich Grenzen setzen oder lieber nachgeben? Was sage ich beim Essen – was besser nicht? Muss ich jede Mahlzeit begleiten? Muss ich immer das kochen, was mein Kind sich wünscht (oder verlangt)? Der (Ess-)Alltag verändert sich spürbar. Mahlzeiten werden angespannt, Gespräche unsicher.

Viele Eltern und Angehörige erleben ein ständiges Hin- und Her zwischen Fürsorge und Kontrolle – begleitet von der Sorge, die Situation unbeabsichtigt zu verschärfen oder „etwas falsch zu machen“.
In der ernährungstherapeutischen Begleitung von Familien und Bezugspersonen setzen wir genau hier an. Gemeinsam schauen wir darauf, was Sie brauchen, um wieder mehr Sicherheit im Alltag zu gewinnen.

Dabei steht nicht im Mittelpunkt, die betroffene Person „zum Essen zu bringen“ oder „geradezurücken“. Vielmehr geht es darum, die Dynamiken der Essstörung besser zu verstehen und Handlungssicherheit zurückzugewinnen. Es darf leichter werden – auch für Sie.

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Stilleben Foto von einem kleinen Beistelltisch auf dem eine kleine Succulente, eine Wasserkaraffe, eine Sanduhr und eine Schale gelber Murmeln steht

Wissenswertes

Was erwartet Sie oder Ihr Kind im Erstgespräch?

Im Erstgespräch nehmen wir uns Zeit, uns in Ruhe kennenzulernen und gemeinsam zu schauen, welche Unterstützung für Sie oder Ihr Kind sinnvoll ist.
Sie bringen ein, was Ihnen wichtig ist – Fragen, Sorgen, erste Ziele. Ich erläutere Ihnen Ablauf und Rahmenbedingungen und bespreche bei Bedarf auch direkt die Möglichkeiten der Kostenübernahme.

Wann sind Sie oder Ihr Kind bei mir richtig?

Ich unterstütze Sie bzw. Ihr Kind unter anderem bei:

  • Anorexia nervosa
  • Bulimia nervosa
  • Binge-Eating-Störung
  • Atypischen Essstörungen
  • ARFID (Avoidant/Restrictive Food Intake Disorder)
  • Gestörtem Essverhalten, z. B. stark kontrollierendem Essverhalten oder chronischem Diäthalten

Ab welchem Alter biete ich Unterstützung an?

Ich begleite Kinder ab 12 Jahren, Jugendliche und Erwachsene mit Essstörungen.
Die Begleitung richtet sich dabei immer nach dem individuellen Entwicklungsstand und den persönlichen Zielen.

Arbeiten Sie mit Essplänen?

In meiner Ernährungstherapie verzichte ich in der Regel auf feste Esspläne. Stattdessen liegt der Fokus auf der Entwicklung eines flexiblen, selbstbestimmten Essverhaltens. Ziel ist es, Sicherheit im Umgang mit Essen aufzubauen sowie die Wahrnehmung von Hunger, Sättigung und individuellen Bedürfnissen zu stärken, um einen inneren, nicht extern gesteuerten Zugang zur Ernährung zu fördern.

In bestimmten Situationen kann es jedoch sinnvoll sein, zeitlich begrenzt mit einem Essplan zu arbeiten. Dies erfolgt ausschließlich dann, wenn der Essplan stabilisierend wirkt und unterstützend erlebt wird – nicht, wenn er Druck, Kontrolle oder starre Strukturen fördert. Die Indikation sowie die konkrete Ausgestaltung eines Essplans werden regelmäßig überprüft und bei Bedarf im interdisziplinären Austausch angepasst.

Wie lange dauert die Zusammenarbeit?

So lange, wie es für Sie oder Ihr Kind hilfreich ist.
Die Anzahl, Dauer und Häufigkeit der Termine richten sich flexibel nach Ihrem Bedarf.
Ein unverbindlicher Ablauf- und Kostenplan dient Ihnen als Orientierung. Als Rückfallprophylaxe haben sich mehrere aufeinanderfolgende Sitzungen mit größerem zeitlichem Abstand bewährt.

Was kostet die Ernährungstherapie und wer übernimmt die Kosten?

Mein Stundensatz (60 Minuten) beträgt 90 €, eine 30-minütige Beratung wird mit 45 € berechnet. Die Höhe meiner Leistungssätze orientiert sich an den Honorarempfehlungen für freiberufliche Ernährungsfachkräfte des BerufsVebandes Oecotrophologie e.V. (VDOE).

Gesetzliche Krankenkassen bezuschussen die ernährungstherapeutische Einzelberatung in der Regel bis zu 100 %, sofern eine ernährungsabhängige Erkrankung vorliegt. Im Erstgespräch informiere ich Sie gerne über die bisherigen Erfahrungen mit Ihrer Krankenkasse. Für den Antrag – der rein formaler Natur ist und in der Regel problemlos bewilligt wird – benötigen Sie lediglich eine ärztliche Notwendigkeitsbescheinigung. Das passende Formular sowie alle wichtigen Informationen finden Sie hier übersichtlich zusammengefasst.

Privatversicherte, Beamt:innen sowie Versorgungsempfänger:innen finden die relevanten Informationen zur Kostenübernahme ebenfalls hier.

Die Kosten für Gruppentherapieangebote teile ich Ihnen gerne auf Anfrage mit.

Bieten Sie auch Online-Beratungen an?

Ja – Termine sind vor Ort und online möglich.

Ersetzt eine Ernährungstherapie eine Psychotherapie?

Die Arbeit am Symptom Essen ersetzt keine Psychotherapie – sie ergänzt sie sinnvoll. Besonders wirksam ist Ernährungstherapie, wenn sie eng mit einer psychotherapeutischen Behandlung vernetzt erfolgt.
Hilfreich ist sie insbesondere:

  • vor und nach einem (teil-)stationären Aufenthalt
  • in Übergangs- und Wartezeiten, bis eine Psychotherapie begonnen werden kann
  • begleitend zu einer laufenden Psychotherapie oder nach einer abgeschlossenen Psychotherapie

Gerne unterstütze ich Sie oder Ihr Kind bei der Suche nach einer passenden psychotherapeutischen Anbindung.

Woran erkenne ich eine qualifizierte Ernährungstherapie?

Die Berufsbezeichnungen „Ernährungsberater:in“ und „Ernährungstherapeut:in“ sind in Deutschland nicht geschützt. Das bedeutet: Jede Person kann sich so nennen – auch ohne fundierte Ausbildung oder wissenschaftlich belegte Arbeitsweise.

Achten Sie deshalb bei der Auswahl einer qualifizierten Ernährungsfachkraft darauf, dass

  • eine anerkannte Grundausbildung (z. B. Studium) oder eine staatlich geprüfte Ausbildung vorliegt
  • regelmäßige Fort- und Weiterbildungen erfolgen und
  • eine Zulassung zur Abrechnung mit Krankenkassen besteht – diese setzt die Einhaltung hoher Qualitätsstandards und kontinuierliche Fortbildung voraus.

Ich weise meine Qualifikation über das E-Zert-Zertifikat nach und bin damit krankenkassenanerkannt.
Ernährung ist ein komplexes und sensibles Thema, das eine qualifizierte und wissenschaftlich fundierte Begleitung erfordert. Ein kurzer Kurs, ein Wochenendseminar oder eine rein erfahrungsbasierte Beratung bzw. Therapie ohne entsprechende fachliche Qualifikation reicht hierfür nicht aus.

Ernährungsberatung oder Ernährungstherapie – wo ist der Unterschied?

Eine Ernährungsberatung richtet sich an gesunde Menschen, die ihre Ernährung in besonderen Lebensphasen – etwa während einer Schwangerschaft – oder im Sinne der Gesundheitsvorsorge anpassen möchten. Im Unterschied zur Ernährungstherapie ist hierfür keine ärztliche Notwendigkeitsbescheinigung erforderlich.
Eine Ernährungstherapie hingegen begleitet Menschen mit einer Erkrankung, zum Beispiel einer Essstörung, und ist fester Bestandteil der therapeutischen Behandlung.
Ich arbeite ausschließlich ernährungstherapeutisch.

Den ersten Schritt haben Sie bereits getan. Den Rest des Weges gehen wir – wenn Sie möchten – gemeinsam!

Es ist noch etwas unklar? Melden Sie sich gerne

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